In dieser Folge 27 meines Podcasts „Relaunch Therapie“ erfährst Du, wie aus einer starken Idee im Interim Management eine eigenständige Marke geworden ist: die INTERIM SHERPAS. Gemeinsam mit Erdwig Holste spreche ich darüber, wie B2B-Branding mit klarer Geschichte, Mut und Haltung funktionieren kann.
Du bekommst einen ehrlichen Einblick in unseren gemeinsamen Weg – vom ersten Kennenlerngespräch bis zum Markenauftritt, der auch im Alltag trägt. Höre Dir die vollständige Folge an – oder lies hier weiter für das Wichtigste zusammengefasst. 👇
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Warum B2B-Branding im Interim Management besonders ist
Interim Management ist kein Produkt, das man in den Warenkorb legt. Es ist eine Frage von Vertrauen, Verantwortung und Tempo. Unternehmen holen sich Menschen ins Haus, die in kurzer Zeit viel bewegen sollen – oft in Situationen, in denen es um sehr viel geht.
Genau deshalb ist B2B-Branding im Interim Management so sensibel: Die Marke muss Orientierung geben, ohne laut zu schreien. Sie muss Kompetenz transportieren, ohne sich in Buzzwords zu verlieren. Und sie muss vor allem eines: den richtigen Ton treffen – für Entscheider*innen, Führungskräfte und Teams.
Ein Gesicht zu einer Marke schafft Nähe – besonders im B2B.Mit Erdwig Holste und den INTERIM SHERPAS habe ich an genau dieser Schnittstelle gearbeitet: zwischen komplexer Dienstleistung und klarer, emotional anschlussfähiger Marke.
Die erste Idee: Ein Rotweinmoment und ein Berg
Die Geschichte der INTERIM SHERPAS beginnt nicht in einem Meetingraum, sondern auf einem Berghotel-Balkon in der Schweiz. Erdwig erzählt im Gespräch, wie er dort – mit Blick auf die Berge, einem Glas Rotwein in der Hand – den Gedanken hatte: Wenn ich noch einmal eine Marke gründe, dann eine, die diese Bergwelt, Verantwortung und Teamgeist in sich trägt.
Die Sherpas im Himalaya sind für ihn das perfekte Bild: Menschen, die andere sicher auf den Gipfel bringen – und wieder zurück. Nicht im Rampenlicht, aber unverzichtbar. Genau so versteht er gute Interim Manager.
Markenbilder, die aus echter Überzeugung kommen, tragen weiter als reine Deko.Später entscheidet er sich ganz bewusst für den Namen INTERIM SHERPAS – inklusive eines Gründungsdatums mit Symbolik: dem Jahrestag der Erstbesteigung des Mount Everest. Der offizielle Start auf der Zugspitze ist mehr als eine schöne Anekdote. Es ist der Punkt, an dem die Marke ihre erste echte Bühne bekommt.
Vom Kennenlerngespräch zur Markenbasis
Als wir uns das erste Mal persönlich zu INTERIM SHERPAS ausgetauscht haben, war ich innerlich sofort begeistert. Die Bildwelt, der Name, das ganze Konzept hatten so viel Potenzial, dass ich mich eher bremsen musste, um nicht schon im ersten Gespräch in den kompletten Branddesign-Modus zu kippen.
Gleichzeitig war klar: Es darf nicht einfach nur „schönes Design“ werden. Die Marke muss tragen – für Kund*innen, für das Team und für die Interim Manager, die sich mit dieser Identität verbinden sollen.
Kein klassischer Workshop – aber ein sehr klares Ziel
Statt eines großen Marken-Workshops haben wir im Gespräch sehr fokussiert an ein paar zentralen Fragen gearbeitet:
- Was bedeutet „Sherpa“ für Erdwig persönlich – jenseits der Metapher?
- Was sollen Kund*innen fühlen, wenn sie INTERIM SHERPAS begegnen?
- Was unterscheidet diesen Anbieter von anderen Playern im Interim Management?
Das B2B-Branding entsteht nicht am Whiteboard, sondern in diesen Momenten, in denen jemand erzählt, warum ihm seine Arbeit wirklich wichtig ist. Genau da höre ich als Logodesignerin besonders hin.
Wie sich eine Idee in ein Branddesign übersetzt
Wenn eine Marke so ein starkes Bild wie „Sherpa“ in sich trägt, ist die größte Kunst, nicht zu viel draufzupacken. Für mich war klar: Wir brauchen ein Branddesign, das die Höhenmetapher ernst nimmt – aber nicht zur Karikatur macht.
Ein gutes Branddesign macht eine Haltung sichtbar – nicht nur einen Stil.
Bildsprache: Höhenlinien statt Stockfotos
Gemeinsam mit Erdwig haben wir uns für eine Bildwelt entschieden, die sich an topografischen Karten orientiert: Höhenlinien, Struktur, Bewegung. Statt Bergstockfotos geht es um eine Abstraktion, die im Kopf bleibt, aber im Business-Kontext funktioniert.
Diese Linien tauchen in unterschiedlichen Materialien auf: in Präsentationen, auf Einladungskarten, in digitalen Medien. Sie erzählen leise, aber konsequent von Aufstieg, Orientierung und Bewegung – ohne ein einziges „Wir bringen Sie auf den Gipfel“-Claim schreien zu müssen.
Farben & Typografie: Seriös, aber nicht brav
Im Interim Management sind viele Marken sehr ähnlich unterwegs: Blau, Grau, Serifenschriften, Business-Stockfotografie. Für die INTERIM SHERPAS haben wir bewusst einen anderen Weg gewählt – innerhalb eines seriösen Rahmens.
Ein tiefes, klares Blau steht für Verlässlichkeit und Tiefe. Ein lebendiger Akzentton bringt Energie hinein, ohne laut zu sein. Die Typografie ist modern, gut lesbar und flexibel genug, um sowohl in Präsentationen als auch im Alltag auf LinkedIn und Co. zu funktionieren.
Wenn aus Branding gelebte Marke wird
Spannend wird B2B-Branding immer dann, wenn es den internen Praxistest besteht. Erdwig beschreibt im Gespräch, wie die Marke INTERIM SHERPAS zunehmend ein Eigenleben entwickelt hat – im besten Sinne.
Kund*innen schicken Postkarten von Bergen aus aller Welt. Menschen im Unternehmen beginnen, sich selbst als „Sherpas“ zu sehen und den Gedanken weiterzutragen. Veranstaltungen werden bewusst so gestaltet, dass die Marke erlebbar wird – zum Beispiel auf einem Hochbunker, wo der Titel „Moving Up“ nicht nur ein Motto, sondern eine klare Referenz auf die Markenidee ist.
Eine Marke wird stark, wenn sie nicht nur gestaltet, sondern gelebt wird.Genau hier zeigt sich, wie gut B2B-Branding funktioniert: wenn Menschen anfangen, die Marke zu nutzen, weiterzuerzählen und mit eigenen Geschichten zu füllen.
Was die INTERIM-SHERPAS von vielen B2B-Marken unterscheidet
Im Interim Management gibt es viele Marken, die formal korrekt auftreten: seriöses Blau, klare Typografie, Stichworte wie „Kompetenz“, „Erfahrung“, „Vertrauen“ sind gesetzt.
Die Unterschiede im B2B-Branding der INTERIM-SHERPAS:
- Beerenrot als Signalfarbe ungewöhnlich und darum so merk-würdig
- Storytelling das sich in allen Bereichen wiederholt – (Stichwort: 16 Summits von Deutschland, Aufstieg auf den Großglockner, Firmenevent auf dem Hamburger Bunker usw.)
- Der Claim und der Wert: We bring you there! (und lassen Dich nicht auf dem Gipfel allein zurück!)
- Sprache: Interim Manager sind Sherpas und sollen sich auch so fühlen
- Statt Corproate Bilder Videos und Aufnahmen des Teams beim Aufstieg auf Berge wie den Großglockner oder den Hamburger Berg
Diese Markenassets machen die SHERPAS unvergesslich. Als Provider und als Beispiel für mutige Unternehmensmarken.
Die INTERIM-SHERPAS sind besonders – der Markenauftritt auch
Ein seriöser Auftritt für ein seriöses Business macht für viele Unternehmen Sinn. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Wenn sich alles gleich anfühlt, bleibt nichts hängen.
Erdwig beschreibt in unserem Gespräch sehr offen, dass er diesen Einheitslook von Anfang an nicht wollte. INTERIM SHERPAS sollte sich bewusst abheben – nicht durch Lautstärke, sondern durch eine eigenständige Geschichte.
Das Spannende: Diese Geschichte ist kein nachträglich „draufgesetztes“ Storytelling. Sie kommt aus seinem eigenen Erleben – aus der Bergmetapher, aus dem Respekt vor den Menschen, die andere sicher durch schwieriges Gelände führen. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Marke: vom Namen über das Design bis hin zu Veranstaltungen und kleinen Gesten im Alltag.
Erdwig erzählt zum Beispiel, dass Kund*innen Postkarten von ihren eigenen „Gipfeln“ schicken – vom Wurmberg bis zum Kilimandscharo. Niemand hätte das im Businessplan schon vorausdenken können, denn es kommt von Partner*innen und Kund*innen der SHERPAS. Es passiert ganz natürlich, weil sich Menschen in der Marke wiederfinden und sie selbst weitererzählen wollen. Was könnte man sich mehr Wünschen?
Ein anderes Beispiel: das Sommerfest im Hochbunker, das unter dem Motto „Moving Up“ stand. Die Location, der Titel, die Gestaltung – alles greift das Prinzip Aufstieg und Perspektivwechsel auf, ohne plakativen Bergkitsch. Wer dort ist, spürt die Marke, ohne dass sie erklärt werden muss.
Genau das ist für mich gutes B2B-Branding: wenn die Marke nicht bei der Visitenkarte aufhört, sondern Entscheidungen beeinflusst. Welche Events passen zu uns? Wie nennen wir Formate? Welche Bilder tauchen in Präsentationen auf? Und welche lieber nicht?
Im Gespräch wird auch deutlich, dass Mut eine große Rolle gespielt hat. Es gab Momente, in denen Erdwig nicht sicher war, ob alle das Konzept „Sherpas“ sofort verstehen würden. Ein Teil der Zielgruppe kann mit der Metapher vielleicht erst einmal nichts anfangen. Aber er hat sich trotzdem dafür entschieden – und genau das sorgt dafür, dass INTERIM SHERPAS heute als eigenständige Marke wahrgenommen wird.
Statt „wir gefallen allen ein bisschen“ heißt die Entscheidung: „Wir sind sehr klar für die, die sich mit uns identifizieren.“ Das ist im B2B-Kontext oft ungewohnt, aber langfristig wirksamer als der kleinste gemeinsame Nenner.
Was Du aus diesem B2B-Branding-Case mitnehmen kannst
Du musst keine Sherpa-Marke bauen, um aus diesem Gespräch etwas mitzunehmen. Drei Dinge lassen sich sehr gut auf andere B2B-Marken übertragen:
- Ein starkes Bild schlägt tausend Claims. Wenn Deine Marke ein klares Bild oder eine Metapher hat, wird vieles einfacher – in Design, Sprache und Entscheidung.
- Branding ist Beziehungsarbeit. Die besten Ideen entstehen im Gespräch, nicht im Präsentationsmodus. Wenn Du jemanden an Deiner Seite hast, der zuhört und mitdenkt, wird die Marke automatisch ehrlicher.
- Mut zahlt sich aus. Gerade im B2B-Bereich ist es verlockend, „auf Nummer sicher“ zu gestalten. Marken wie INTERIM SHERPAS zeigen: Eigenständigkeit bleibt hängen – auch bei nüchternen Zielgruppen.
Was Erdwig rückblickend über den Branddesign-Prozess mit Svenia Dörr sagt
Im Gespräch teilt Erdwig offen, wie er unsere gemeinsame Arbeit bis heute erlebt hat und erlebt. Er beschreibt das Arbeiten an der Marke der INTERIM-SHERPAS als eine Art „Geburtsprozess“ – und mich als „Hebamme der Marke“.
Ein Bild, das ich sehr mag und ich schmunzeln lässt, weil es deutlich macht: Ich habe der Idee einen Rahmen gebaut, die richtigen Fragen gestellt, Struktur gegeben. Die Essenz kam von ihm und seiner Idee, seiner Kernkompetenz als Interim Management Provider.
Gleichzeitig betont er, dass gutes Design auch unbequem sein darf. Nicht jede Idee wirkt im ersten Moment vertraut – gerade dann lohnt es sich hinzuschauen. Marken mit Haltung sind keine Kompromissprodukte, sondern klare Entscheidungen.
Du möchtest auch Deine B2B-Marke entwickeln?
Dann sollten wir uns kennenlernen in einem ersten kostenlosen Strategie- und Kennenlerngespräch.
Links zu Erdwig Holster & der INTERIM SHERPAS GmbH
Wenn Du mehr über Erdwig Holste und die INTERIM-SHERPAS erfahren möchtest, findest Du hier alle relevanten Anlaufstellen:
- Website der INTERIM-SHERPAS:
www.interim-sherpas.com - Erdwig Holste auf LinkedIn:
linkedin.com/in/erdwig-holste - INTERIM-SHERPAS auf YouTube:
YouTube-Kanal ansehen
Das von Erdwig erwähnte „Mini-Manual“ für eine konstante Marke
Erdwig spricht im Podcast über ein kleines Manual, das Interim Manager*innen und anderen Unternehmen hilft, Ihre Markenbestandteile immer im Blick zu haben. Über dieses Mini-Marken-Guide (Manual) spreche ich in Folge 17: 👉 Zur Folge: „5 konkrete Tipps für eine konsistente Marke“
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist B2B-Branding im Interim Management?
B2B-Branding im Interim Management bedeutet, eine Marke so aufzubauen, dass sie Vertrauen, Verantwortung und Haltung sichtbar macht – statt nur Leistungen aufzulisten. Gerade im Interim-Kontext geht es darum, Orientierung zu geben und deutlich zu machen, wofür ein Anbieter wirklich steht.
Warum braucht ein Interim-Provider wie die INTERIM SHERPAS eine starke Marke?
Weil Interim Management auf Vertrauen basiert. Eine starke Marke hilft Kund*innen, schneller zu verstehen, wie ein Anbieter tickt, wofür er steht und ob die Zusammenarbeit passen könnte. Bei den INTERIM SHERPAS zeigt die Marke, dass es um Begleitung auf Augenhöhe geht – nicht um Heldengeschichten.
Was macht die Marke INTERIM SHERPAS besonders?
Die Marke basiert auf einer echten Geschichte und einer klaren Metapher: Sherpas als Begleiter auf anspruchsvollen Wegen. Statt austauschbarer Business-Bilder nutzen die INTERIM SHERPAS Höhenlinien, Bergbezüge und eine eigene Bildsprache. So entsteht ein Markenbild, das anschlussfähig ist – aber nicht beliebig.
Wie läuft ein Branddesign-Prozess mit Dir als Logodesignerin ab?
Wir starten nicht mit einem Logo, sondern mit einem Gespräch. Ich höre zu, stelle viele Fragen und suche nach dem Bild, der Haltung oder der Geschichte, die Deine Marke wirklich trägt. Dann übersetzen wir das gemeinsam in Design: Logo, Farben, Typografie, Bildwelt und Anwendungen, die sich im Alltag bewähren.
Ab wann lohnt sich professionelles B2B-Branding?
Spätestens dann, wenn Du merkst, dass Deine Marke nicht mehr zu der Art passt, wie Du arbeitest – oder wenn Du im Markt nicht so wahrgenommen wirst, wie Du es Dir wünschst. Ein professioneller Branding-Prozess spart langfristig Zeit, Energie und Missverständnisse – intern wie extern.
Kann ich mit einem kleineren Branding-Umfang starten?
Ja. Nicht jede Marke braucht sofort ein riesiges Markenhandbuch. Wir können mit einem klaren Kern starten: Logo, Grundsystem, erste Anwendungen und eine stimmige Geschichte. Wenn das sitzt, lässt sich die Marke später gezielt ausbauen – so wie bei den INTERIM SHERPAS.
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Die Playlist zum Podcast
Am Ende jeder Podcastfolge lege ich einen Lieblingssong meiner Gäste oder einen der passend zum Thema ist in meine Relaunch Therapie Playlist.
Erdwigs Song: Causa Sui: „Astral Shores“, wie im Gespräch als kleine Vorwarnung, einer der längsten Songs in der Playlist, aber es lohnt sich! Die Playlist ist eine Inspiration meinen Gästen (und mir) für Dich, wenn Du an Deinem Relaunch oder Deiner Marke arbeitest. Hör‘ direkt mal rein!
📝 Transkript der Podcast-Folge 27 anzeigen – B2B-Branding im Interim Management mit Erdwig Holste (INTERIM SHERPAS)
Relaunch Therapie – Folge 27: B2B-Branding im Interim Management – Die INTERIM SHERPAS als Markenbeispiel
Intro
Svenia: Moin und Hallo, ich bin Svenia – Deine konfetti-werfende Designerin. Und Du hörst: „Relaunch Therapie“, der Podcast, wenn Deine Marke nicht mehr zu Dir passt. Hier geht’s um Klarheit, um Haltung und um ehrliches Design.
Svenia: Und heute geht’s sprichwörtlich hoch hinaus. Mein heutiger Gast hat eine Marke aufgebaut, die vom Gipfel träumt – im besten Sinne. Erdwig Holste ist Gründer der INTERIM SHERPAS, einer Firma, die Unternehmen begleitet, wenn es richtig steil wird: bei Veränderungen, Führungswechseln, Umbruchphasen. Hier wird nicht nur gesagt „We bring you there“ – das gesamte Team weiß, wie man den sprichwörtlichen Berg erklimmt.
Svenia: Wir sprechen heute darüber, wie man aus einer sehr guten Idee eine starke Marke macht – und wie ein mutiges Branding selbst konservative Branchen in Bewegung bringen kann. Lieber Erdwig, so schön, dass Du heute hier bist.
Erdwig: Hallo Svenia, ich freue mich total, dabei zu sein in Deiner Podcast-Serie. Vielen Dank für die Einladung.
Svenia: Sehr, sehr gern. Bevor wir in die Details Deiner Marke eintauchen: Magst Du meinen Hörer*innen – und meiner Achtjährigen – einmal so erklären, dass sie es verstehen kann: Was genau machen die INTERIM SHERPAS im Interim Management?
Was machen die INTERIM SHERPAS?
Erdwig: Ich versuche es mal. Mein Name ist Erdwig Holste, ich bin Gründer der INTERIM SHERPAS GmbH. Sherpas – das sind Hochgebirgsführer aus der Himalaya-Region. Es gibt ein eigenes Volk der Sherpas, aber im Kern geht es um diese Rolle: die des Bergführers.
Erdwig: Wir haben uns dieses Bild geliehen und in die Welt der Wirtschaft übertragen. Im Kern machen wir Folgendes: Wenn in einem Unternehmen Hilfe gebraucht wird – weil jemand ausfällt, eine Rolle vakant ist oder ein Projekt gestartet werden muss – vermitteln wir erfahrene Interim Manager. Menschen, die schnell Verantwortung übernehmen, das Team auf den Berg führen und mindestens genauso wichtig: sicher wieder zurück ins Tal.
Svenia: Danke, ich glaube, das kann man wirklich gut verstehen. Meine Tochter vermutlich auch. Und jetzt verrate ich euch: Erdwig ist mein Kunde – seit 2023, meine ich.
Vom ersten Kennenlernen zur „Hebamme der Marke“
Svenia: Viele Dienstleister und Berater haben ja erst einmal nur eine vage Idee, wenn es um ihre Marke geht. Bei Dir war das anders: Da war schon ein ziemlich klares Bild im Kopf. Erzähl mal, wie war das für Dich in unserem ersten Gespräch?
Erdwig: Ich kann mich noch sehr gut an unser erstes Treffen erinnern. Das ist ja ein sensibler Moment. Du warst für diese Idee so ein bisschen „Hebamme“. Die Marke war noch nicht geboren – es gab ein paar Gedanken, eine Begrifflichkeit, aber nichts Fertiges. Ich wollte eine Marke, die andere inspiriert: unsere Kund*innen, aber auch unsere Interim Manager. Wir sind ja so eine Art Metamarke – wir vermitteln selbständige Führungskräfte, wir nennen sie Sherpas. Und wenn sie beim Kunden sind, sollen sie sich auch als Sherpa fühlen.
Erdwig: Die Marke sollte eine Einladung sein, eine Identifikationsfläche, etwas, das im Hinterkopf bleibt. Gleichzeitig war die Branche – Personal- und Beratungsumfeld – eher konservativ. Und wir kommen mit einem explorativen Ansatz: Sherpas, Hochgebirge, leichtes Gepäck, unwirtliches Gelände. Da war die Frage: Wird das verstanden? Wie wirkt das auf andere?
Die Rotwein-Idee in den Schweizer Bergen
Svenia: Du hast in unserem Prozess ja oft von einem bestimmten Moment in der Schweiz erzählt. Magst Du die Geschichte teilen?
Erdwig: Ich bin schon lange in der Interim-Branche, fast 20 Jahre. 2023 haben wir dann die INTERIM SHERPAS gegründet. Vorher war ich beruflich viel in der Schweiz, mitverantwortlich für eine Gesellschaft dort. Unsere Strategie-Meetings fanden oft in den Bergen statt – sehr schweizerisch: Kuhglocken, Berge, klare Luft.
Erdwig: Und da saß ich eines Abends auf einem Hotelbalkon – nach einer sehr guten Flasche Rotwein – und dachte: Wenn ich irgendwann noch einmal im Interim-Bereich eine Marke aufbaue, dann mit den Sherpas. Weil diese Geschichte so stark ist: Menschen, die andere sicher nach oben bringen und wieder herunter. Das hat für mich perfekt zum Interim Management gepasst.
Die Everest-Geschichte und was sie mit Marke zu tun hat
Erdwig: Die Erstbesteigung des Mount Everest 1953 ist für mich so etwas wie die „Mondlandung der 50er Jahre“. Die meisten hielten es für unmöglich, dass Menschen diesen Berg jemals besteigen. Es gab 1952 schon eine fast erfolgreiche schweizerische Expedition, dann haben 1953 die Engländer mit Tenzing Norgay und Edmund Hillary die Spitze erreicht – kurz vor dem Abbruch, mit vielen Schwierigkeiten.
Erdwig: Dahinter steckt viel Pioniergeist und Teamgedanke. Niemand weiß genau, wer als erster oben war – sie sagen selbst, das sei egal, sie waren als Team oben. Das passt für mich sehr gut zu unseren Mandaten und zu dem, was Interim Management ausmacht: unternehmerisch etwas wagen, mit Risiko, als Team Verantwortung tragen. Diese Geschichte war ein zentraler Teil der Markenerzählung.
Warum wir mit der Geschichte angefangen haben – nicht mit dem Logo
Erdwig: Besonders hilfreich fand ich in der Zusammenarbeit, dass wir nicht mit einem Logo gestartet sind. Wir haben uns zuerst mit der Geschichte beschäftigt, mit dem „Warum“. Was soll diese Marke erzählen? Was sollen Menschen damit verbinden?
Erdwig: Ich hatte vorher schon Logo-Prozesse erlebt. Die sind häufig schwierig, weil man am Anfang nicht weiß, was am Ende rauskommt – und weil man sich von Ideen wieder lösen muss, wenn sie nicht funktionieren. Bei den INTERIM SHERPAS war die Unsicherheit am Anfang auch da: Ein Drittel der Leute wusste gar nicht, was ein Sherpa ist. Manche hielten es für ein Gericht, einen Ort in Nepal oder etwas komplett anderes.
Erdwig: Aber genau da lag eine Chance: Wenn es einmal Klick macht, bleibt es hängen. Die Marke ist nicht sofort „gefällig“, aber sie ist prägnant. Wer Lust hat auf ein bisschen Erklärung, erinnert sich später umso besser.
Design, Ästhetik und warum das mehr ist als „schön aussehen“
Svenia: Du bist ja sehr designaffin. Was hat für Dich den Ausschlag gegeben, das Thema so ernst zu nehmen?
Erdwig: Ich glaube daran, dass Ästhetik und kreative Arbeit einen großen Stellenwert haben. Wir leben in Zeiten, in denen vieles austauschbar wirkt. Mit KI kann sich theoretisch jede*r ein Logo generieren – schnell, billig, irgendwie okay. Aber wenn man durch eine Stadt geht, sieht man: Es gibt Gebäude, die einen sofort anziehen, obwohl sie alt sind. Sie wirken modern und inspirierend, weil sie gut gestaltet sind.
Erdwig: Wir sitzen zum Beispiel im alten Klöpperhaus in Hamburg – unserem „Basecamp“ der Sherpas. Ein altes Torhaus zwischen Elbe und Alster. Dieses Zusammenspiel aus Geschichte, Architektur und Nutzung – das hat etwas. Ähnlich sehe ich das bei Marken: Gutes Design ist kein Luxus, sondern ein Teil der Wirkung nach außen.
Der Branding-Prozess mit Svenia
Erdwig: Im Prozess mit Dir, Svenia, habe ich besonders geschätzt, dass Du viele Fragen gestellt hast. Du wolltest erst verstehen: Was mache ich da? Was ist meine Idee? Wie ticken die Menschen, mit denen wir arbeiten? Es ging nicht darum, Schablonen über eine Marke zu legen, sondern den Kern zu finden.
Erdwig: Wir wollten eine Marke, die sowohl Kund*innen als auch Interim Manager anspricht. Wenn unsere Leute beim Kunden sind, sollen sie sich als Sherpa fühlen – als Teil einer Idee. Die Marke ist eine Einladung, kein Etikett.
Bildwelt: Höhenlinien statt Stockfotos
Svenia: Ein Baustein, den ich persönlich sehr liebe, sind die topografischen Linien. Du hast im Gespräch erzählt, wie das bei euren Veranstaltungen wirkt. Magst Du das teilen?
Erdwig: Wir haben uns bewusst gegen klassische Berg-Stockfotos entschieden. Stattdessen arbeiten wir mit topografischen Karten – Linien, Höhenmeter, Bewegung. Das taucht zum Beispiel auf Einladungskarten und im Logo wieder auf.
Erdwig: Bei unserem Sommerfest in Hamburg, auf dem Hochbunker, hatten wir eine Einladung mit diesen Linien und dem Titel „Moving Up“. Das passte perfekt: Die Leute kamen an, sahen den Ort, die Treppen, das Motto. Viele haben gesagt: „Klar, ihr Sherpas – ihr seid natürlich wieder oben irgendwo. Ich habe mir extra bequeme Schuhe angezogen, weil ich wusste, es geht hoch.“ Genau diese Reaktion zeigt, dass die Marke wirkt.
Wie die Marke im Alltag weiterlebt
Erdwig: Besonders freue ich mich darüber, dass die Marke inzwischen ein Eigenleben entwickelt. Es gibt Kund*innen, die uns Postkarten von „ihren“ Bergen schicken – vom Wurmberg bis zum Großglockner oder dem höchsten Berg Italiens. Niemand hat das geplant, das ist einfach entstanden.
Erdwig: Wir nutzen das Sherpa-Bild immer wieder: Am Berg bist du mit leichtem Gepäck unterwegs, wenig Politik, viel Bewegung. Das passt sehr gut zu unseren Mandaten im Interim Management: Es geht darum, nicht nur Köpfe, sondern auch Herzen zu gewinnen, Change zu begleiten und Momentum aufzubauen.
Marke, Unternehmertum und Respekt vor Leistung
Erdwig: Neben dem Geschäftlichen wirkt diese ganze Bergsteigerei auch auf meinen privaten Bereich. Ich habe Bergsteigen für mich neu entdeckt. Wenn man einmal bei 4.000 Metern unterwegs war und merkt, was es bedeutet, bei weniger Sauerstoff zu laufen, dann bekommt man Respekt – für Menschen, die bei 8.000 Metern unterwegs sind oder in anderen Bereichen Außerordentliches leisten.
Erdwig: Dieser Respekt vor Menschen, die Ideen zum Fliegen bringen – in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Kunst – das fasziniert mich. Und dafür sollen die INTERIM SHERPAS in 20 Jahren auch stehen: für Mut, für das Verlassen der Komfortzone, für Unternehmertum mit Haltung.
Svenia: Also im Idealfall erinnern sich Menschen: „Das waren doch die mit den Sherpas, mit dem Berg – und die haben unser Business wirklich aufs nächste Level gebracht.“
Ein Tipp von Erdwig zum Umgang mit der eigenen Marke
Svenia: Hast Du einen Tipp für Hörer*innen, wie sie mit ihrer eigenen Marke umgehen können? Etwas, das Dir besonders geholfen hat?
Erdwig: Ich glaube, man sollte sich Zeit nehmen, die eigene Idee wirklich ernst zu nehmen. Nicht zu schnell in „Wir brauchen jetzt ein Logo“ verfallen. Erst klären: Wofür stehen wir? Was ist das Bild oder die Geschichte, die uns trägt? Und dann konsequent bleiben – auch wenn nicht alle sofort alles verstehen.
Erdwig: Außerdem bin ich sehr marketingaffin. Ich finde es schade, wenn gute Dienstleistungen schlecht vermarktet sind. Da ist so viel Potenzial. Gutes Branding ist kein Selbstzweck – es hilft Menschen, Dich zu finden und zu verstehen, was Du ihnen bieten kannst.
Svenia: Danke, dass ich Deine „Sherpa“ im Branddesign sein durfte. Und danke für Deine Offenheit im Prozess.
Abschluss & Kontakt
Svenia: Wenn ihr jetzt neugierig auf die INTERIM SHERPAS geworden seid oder vielleicht sogar selbst über einen Schritt ins Interim Management nachdenkt: Erdwig, wie erreicht man Dich am besten?
Erdwig: Am besten über unsere Website. Unter interimsherpas.com findet ihr alle Informationen und Kontaktdaten. Dort gibt es auch unser YouTube-Portal mit der „Sixteen Summits“-Tour, vielen Einblicken ins Interim Management und Infos für Führungskräfte, die über Selbstständigkeit nachdenken.
Svenia: Ich verlinke alles in den Shownotes und hier im Blogartikel. Danke Dir für das angenehme Gespräch, Deine Insights und dafür, dass Du so ehrlich erzählt hast, wie aus Deiner Idee eine Marke geworden ist, die heute mit rund 30 laufenden Projekten unterwegs ist.
Erdwig: Danke Dir, es hat richtig Spaß gemacht.
Svenia: Und das war „Relaunch Therapie“, der Podcast, wenn Deine Marke nicht mehr zu Dir passt. Happy Day, Deine Svenia – und natürlich Erdwig Holste von den INTERIM SHERPAS, ganz getreu dem Motto: „We bring you there.“
Svenia: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, freue ich mich über eine gute Bewertung und eine Empfehlung an Deinen Lieblings-Business-Buddy.
Dieser Artikel basiert auf der 27. Folge meines Podcasts „Relaunch Therapie“.
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